Mehr als Psychiatrie: Was psychosomatische Pflege ausmacht

Shownotes

Psychosomatische Pflege ist für viele ein unbekanntes Fachgebiet. In dieser Folge erfahren Sie, wie Pflegende Menschen mit Traumafolgestörungen, Erschöpfung und anderen psychosomatischen Erkrankungen begleiten und warum Beziehung oft die wichtigste Intervention ist.

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00:00:08: Wenn von psychischen Erkrankungen die Rede ist, denken die meisten Menschen zunächst an die Psychiatrie.

00:00:15: Weniger bekannt ist, dass es in Deutschland daneben ein eigenes medizinisches Fachgebiet gibt – die psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

00:00:24: Auch in der Pflege hat sich in diesem Bereich ein eigenständiges Profil entwickelt.

00:00:29: So eigenständig, das ich vor wenigen Jahren sogar einen eigenen Fachverband gegründet habe!

00:00:34: Der Verband psychosomatische Pflege da in Deutschland.

00:00:38: Doch was genau ist psychosomatische Pflege?

00:00:41: Worin unterscheidet sie sich von der psychiatrischen Pflege und welche Rolle spielen Pflegefachpersonen in einem Behandlungskonzept, indem Beziehung, Selbstreflexion und Therapie eine zentrale Bedeutung haben?

00:00:54: Darum geht es in dieser Folge des Podcasts Die Schwester.

00:01:05: Wir sprechen mit Yvonne Ortmeier, der Vorsitzenden des Verbandes psychosomatisch Pflegender in Deutschland.

00:01:12: Wir besuchen die Tagesklinik der LVR-Universitätsklinikum für psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Essen und sprechen mit der stellvertretenden Stationsleitung Rika Ogata.

00:01:24: Und wir begleiten Steve Egler, pflegefachexperte dieser Tagesskliniken.

00:01:28: Er zeigt, wie psychosomatische Pflege im Alltag aussieht und warum Pflegende für viele Patientinnen zu einem wichtigen Anker in der Krise werden.

00:01:39: Mein Name ist Stefan Lücke – schön, dass Sie dabei sind!

00:01:54: Deutschland nimmt bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen eine gewisse Sonderrolle ein.

00:01:59: Während diese Erkrankung in vielen Ländern innerhalb der Psychiatrie behandelt werden, hat sich hierzulande die psychosomatische Medizin und Psychotherapie als eigenständiges Fachgebiet etabliert.

00:02:11: Behandelt werden dort beispielsweise Menschen mit Essstörungen, Traumafolgestörungen und chronischen Schmerzsyndromen – Krankheiten also bei denen psychische körperliche und soziale Faktoren eng miteinander verwoben sind.

00:02:25: Auch die Pflege im psychosomatischen Einrichtung versteht sich zunehmend als eigenes Fachgebiet.

00:02:32: Warum das so ist und weshalb dafür sogar ein eigener Berufsverband gegründet wurde, darüber habe ich mit Yvonne Ortmeier gesprochen.

00:02:40: Sie ist Pflegedienstleitung der Schönklinik Berchtesgadener Land und erste Vorsitzende des Verbandes Psychosomatische Pflegender in Deutschland.

00:02:50: Ich habe sie gefragt warum der Verband geGründet.

00:02:55: Es war im Mai twenty-zweiundzwanzig, was ungefähr eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Jahren hatte mit viel Vorarbeit.

00:03:03: Dem vorausgegangenen haben wir festgestellt, dass psychosomatische Pflege einfach eine eigene Stimme braucht und es ging darum, das Handlungsfeld sichtbarer zu machen, fachlich weiterzuentwickeln und pflegender aus der Psychosomatik miteinander zu

00:03:17: vernetzen.".

00:03:18: Warum reicht die Vertretung durch einem psychiatrischen Fachverband aus ihrer Sicht nicht aus?

00:03:24: Ich würde nicht sagen, dass psychiatrische Fachverbände uns nicht eigentlich vertreten könnten.

00:03:29: Aber die Psychosomatik hat sich als eigenständiges Fachgebiet deutlich weiterentwickelt und man sieht es in der Ärzteschaft.

00:03:35: In two-hundertzehnundneinzig wurde das als einständiges Fachgebiet eingeführt und seit zwei Tausend drei trägt es den Namen psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

00:03:45: Wenn ein Fachgebiat so gewachsen und ausdifferenziert ist, ist es für mich vollgerichtig, dass auch die Pflege ihre eigenspezifischen Themen verstritten darf.

00:03:54: Was ist aus Ihrer Sicht der zentrale Unterschied zwischen Psychosomatik und Psychiatrie?

00:04:02: Ich würde sagen, wir haben ein anderes Handlungsfeld.

00:04:06: Also es hängt ja eigentlich schon ganz klar dabei an dass wir andere Krankheitsbilder haben und wir natürlich dadurch auch ein anderes standardisiertes Arbeiten haben.

00:04:17: Wir haben bestimmt viele Schnittstellen mit der Psychiatie Aber wir haben da einfach ganz klar andere Behandlungskonzepte des Schwerkpunkts.

00:04:25: Deshalb möchten wir spezifische Themen der psychiatrische Pflegesicht beumachen und weiterentwickeln.

00:04:31: Was sind denn die wichtigsten Ziele ihres Verbandes?

00:04:34: Naja, wenn ich zehn Jahre noch vorne schaue, wünsche ich mir das ganz klar definiert ist wo für psychosomatische Pflege steht welche Qualität Patientinnen und Patienten von ihr erwarten dürfen Und dazu gehört für mich eine etablierte Fachweiterbildung Einheitliche Qualitätsstandards und eine stärkere wissenschaftliche Fundierung.

00:04:54: Gleichzeitig möchten wir bei Rahmenbedingungen, die unsere Arbeit unmittelbar betreffen – das ist zum Beispiel wie in der PPPL -, dass wir da stärker mit einbezogen werden.

00:05:03: Am Ende geht es darum, dass psychosomatische Pflege ein klares Professionelles Profil darstellt und ihre therapeutische Rolle im multiprofessionellen Team selbstverständlich anerkannt und zertifiziert wird.

00:05:16: Der Verband ist ja noch relativ jung.

00:05:18: Vielleicht können Sie mal einen Einblick geben, woran arbeitet der Verband aktuell?

00:05:22: Ganz intensiv an der Fachweiterbildung und wir sind natürlich schon auch da dran, auch politischen Diskussionen mit teilzunehmen die auf gerade aktuell ganz intensiv die PPPL darstellen.

00:05:34: Ich glaube auch Vernetzung ist ganz wichtig und man merkt einfach in ganz vielen unterschiedlichen Settings in Deutschland haben wir unterschiedliche Standards.

00:05:42: Und ich glaube, es ist ganz wichtig in die gleiche Richtung zu arbeiten und uns untereinander auch zur Schule abzudelten und einfach zu gucken, wo stehen wir in unterschiedlichen Bereichen?

00:05:52: Yvonne Ortmeier macht deutlich!

00:05:54: Psychosomatische Pflege versteht sich nicht nur als Begleitung psychotherapeutischer Prozesse – sie verfolgt den Anspruch eigene pflegirischen Kompetenzen sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.

00:06:08: Dazu gehört auch die Forderung nach spezifischen Bildungsangeboten und langfristig möglicherweise einer eigenen Fachweiterbildung.

00:06:17: Doch wie sieht psychosomatische Pflege im Alltag konkret aus?

00:06:21: Dafür wechseln wir nach Essen!

00:06:33: Die LVR-Universitätsklinik für psychosomatische Medizin um Psychotherapie behandelt Menschen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen.

00:06:43: Ein Teil des Angebots ist die Tagesklinikum.

00:06:46: Die Patientinnen und Patienten verbringen dort ihre Tage in einem engmaschigen, therapeutischen Programm.

00:06:52: Und kehren abends in ihr gewohntes Umfeld zurück.

00:06:55: Rika Ogata arbeitet dort als Gesundheits- und Krankenpflegerin Praxisanleiterin und stellvertretende Stationsleitung.

00:07:04: Ich habe sie gefragt welche Menschen typischerweise in der Tagesklinik behandelt werden und wie deren Alltag aussieht.

00:07:11: Ein großer Teil kommt mit Trauma-Vollgestörungen und ein anderer Teil in einer anderen Patientengruppe kommt mit Stress- und Belastungssyntomen.

00:07:20: Und jetzt Traumata haben die Patienten typischerweise erlitten?

00:07:24: Völlig unterschiedlich, also wirklich Kriegstraumata, Missbrauch oder Autounfälle, schwere Autounfalle oder eben halt auch so Vernachlässigung durch die Eltern dann halt so Broken Home Situationen.

00:07:39: Wie sieht ein typischer Tag für die Patienten aus?

00:07:42: Ja, die Patientinnen checken hier ein.

00:07:44: Um sieben Uhr, sieben oder dreißig kriegen dann gegebenenfalls Medikamente ausgehandigt und dann sieht eigentlich fast jeder Tag unterschiedlich aus.

00:07:53: Es kann zum Beispiel mit einer Visite der PatientInnen beginnen oder halt mit einer Gruppenintervention Bewegungstherapie Kunsttherapie Oder auch Einzelgespräche mit den Therapeuten Bezugslege Gespräche seien es sehr pflege Und dann haben wir noch etliche Gruppenangebote, wie zum Beispiel das Skills-Gruppe oder eine Achtsamkeitsgruppe.

00:08:14: Wir bieten auch Urakupunktur an oder halt parallel dazu PMR also progressive Muskelentspannung.

00:08:23: Woran merken die Patienten, dass sie in einer psychosomatischen nur nicht in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt werden?

00:08:29: Ja ich glaube der Unterschied liegt im inhaltlichen Schwerpunkt.

00:08:32: Wir arbeiten nach dem Biopsychosozialmodell Und betrachten dabei nicht nur die körperlichen oder die psychischen Symptome, sondern schauen uns immer alle drei Ebenen an und eben auch genau das soziale Umfeld.

00:08:45: Und schauen halt wie wirkt sich Stress auf den Körper aus?

00:08:48: Welche seelischen Themeninhalte liegen dahinter?

00:08:52: Wie sieht das sozialer Umfeld aus?

00:08:54: welche Rolle spielt zum Beispiel die Familie oder die Arbeitsplatzsituation?

00:08:58: Das ist aber eine so eine ganzheitliche Sichtweise.

00:09:02: Wer Rika Ogata zuhört merkt schnell Die Pflege nimmt in diesem Setting eine besondere Rolle ein.

00:09:09: Pflegende begleiten Patientinnen und Patienten über den gesamten Behandlungstag hinweg, dies oft über mehrere Wochen.

00:09:16: Sie fungieren somit als erste Ansprechpartner und Vertrauenspersonen.

00:09:21: Dadurch entstehen Beziehungen die für den therapeutischen Erfolg eine wichtige Grundlage bilden können.

00:09:28: Wie die Pflegearbeit konkret aussieht darüber habe ich mit Steve Egler gesprochen.

00:09:41: Steve Eggler arbeitet seit mehreren Jahren als Pflegefachexperte in der psychosomatischen Tagesklinik, der LVR-Universitätsklinikum Essen.

00:09:50: Sein beruflicher Weg führte ihn von der stationären Langzeitpflege über die Forensik in die Psychosomatik.

00:09:57: Heute beschäftigt er sich unter anderem mit pflegetherapeutischen Konzepten und der Weiterentwicklung psychosematischer Pflege.

00:10:05: Ich habe mit ihm darüber gesprochen, was psychosomatische Pflege ausmacht.

00:10:09: Wo die Unterschiede zur allgemeinen Psychiatrie liegen und welche Interventionen pflegen den ihrer täglichen Arbeit einsetzen?

00:10:17: Zu Beginn unseres Gesprächs wollte ich von ihm wissen ob er sich bewusst für das Setting der psychosomatischen Pflege entschieden hat.

00:10:24: Das war eine bewusste Entscheidung.

00:10:26: Ja!

00:10:26: Ich bin ja gelernter Altenpfleger und hatte während meiner Ausbildung einen Einsatz auf einer Suchtstation Und das hat mich so interessiert, dieser Fachbereich.

00:10:34: Dass ich nach der Ausbildung eigentlich relativ schnell erstmal in die Klinik für Forensische Psychiatrie zu uns gegangen bin und dann noch einen Abstrich über die Allgemeinpsychiatrie gemacht habe bevor ich jetzt bei uns in der Klinikum psychosomatischen Medizin und Psychotherapie gelandet bin.

00:10:49: Du bist hier als Pflegefachexpert beschäftigt?

00:10:52: Du arbeitest hier seit Jahr zwanzig.

00:10:54: Was sind denn deine Aufgaben?

00:10:56: Das ist gar nicht so leicht zu beschreiben.

00:10:57: Also vielleicht erst mal wichtig zu erwähnen, ich hab's so fifty-fifty also fünfzig Prozent meiner Arbeitszeit.

00:11:02: es beruht Zeit und fünfzig prozent stehe quasi in Anführungszeichen am Bett.

00:11:07: das heißt In der Beruhrzeit kann ich konzeptionell arbeiten Konzepte schreiben was wir hier auf der Station machen.

00:11:13: Ich habe aber auch Zeiten großer Bereiche sich gebt Fortbildung hier in Haus zu verschiedenen psychosomatischen Themen zum Beispiel Achtsamkeit oder Krisenbewältigung bei PTBS.

00:11:24: Aber ich arbeite auch ganz normal auf der Station mit Leitegruppen oder bin im Patientinnenkontakt.

00:11:30: Mach so die ganze Organisationen mit, was ja auch eine Aufgabe im Pflegebereich ist.

00:11:35: Krisenbewältigung ist ein großes Thema bei uns.

00:11:37: All das gehört mit zu meinem Aufgabenbereich.

00:11:40: Du bist ja auch Mitglied im Verband psychosomatisch pflegender in Deutschland und setzt dich als Mitglied für die Eigenstimmlichkeit dieses pflegerischen Fachbereichs ein?

00:11:50: Was unterschreitet aus deiner Sicht die psychosomatische von psychiatrischen Pflege.

00:11:56: Das ist eine gute Frage und sie ist gar nicht so leicht zu beantworten, man muss auch sagen da gibt es wenig Forschung zu oder auch wenig Literatur was die Unterschiede noch mal näher beschreibt.

00:12:05: aber ich würde Als erstes vielleicht auch sagen, dass es die Störungs- und Krankheitsbilder sind.

00:12:09: Wenn man das darauf runterbrechen möchte... Das heißt wir haben hier natürlich sehr viele Störungen und Krankheitbilder wo die Psyche auch Auswirkungen auf den Körper hat aber andersrum natürlich genauso und auch auf den sozialen Bereich.

00:12:22: Wir arbeiten hier sehr viel mit dem biopsychosozialen Modell.

00:12:26: Es ist ein Krankheitsmodell auch mit dem wir hier arbeiten Krankheitsbilder, wie zum Beispiel so somatophome Störungen auch oder ja Essstörung.

00:12:36: Hier bei uns in der Tagesklinik haben wir Menschen mit Traumavolgestörungen... Aber auch wir haben einen großen Arbeitspsychosomatikbereich, wo Menschen sind die wirklich Probleme auf der Arbeit haben.

00:12:49: Sie sich schlecht abgrenzen können sehr viel Arbeit mitnehmen und darüber hinaus auch psychische Probleme

00:12:54: entwickeln.".

00:12:55: Ich habe gerade mit Rika schon über den Tagesablauf hier gesprochen aber vielleicht kannst du aus deiner Sicht noch mal schildern welche therapeutischen und vor allen Dingen pflegerischen Angebote bei euch im Alltag im Vordergrund stehen?

00:13:08: Wir arbeiten hier und das ist auch eine Besonderheit der Psychosomatik, wie ich sie zumindest kennengelernt habe.

00:13:14: Das heißt nicht dass andere Kliniken die vielleicht psychiatrisch arbeiten nicht auch ähnlich arbeiten können oder es auch tun.

00:13:19: aber wir arbeiten ja sehr eng mit allen anderen Berufsgruppen zusammen multiprofessionell und auch sehr co-therapeutische als Pflege.

00:13:26: Das heisst wir bieten sogenannte Skills Gruppen an ne?

00:13:29: Das heißt wir schauen wenn PatientInnen mit ihrem Anspannungslevel so hoch sind, dass sie vielleicht gar nicht mehr alltagsfähig sind.

00:13:38: Weil Sie Dinge nicht mehr tun können.

00:13:40: Gucken wir das wie in sogenannten Skills mit an die Hand geben.

00:13:42: Das heißt, dass wir sehr mächtigen quasi Anspanungszustände zu regulieren und runterzubrechen auch, dass wieder alltagsfähiger werden.

00:13:49: Das weiten wir von der Pflege aber auch sogenannte Achtsamkeit und Imaginationsübungen um eine Selbstwirksamkeit zu erhöhen.

00:13:57: Wir sind bei Krisen immer vor Ort.

00:13:59: Das heißt, wenn Patientinnen vielleicht aus einer schwierigen Therapie kommen oder aus einer Gruppe und auch dekompensieren, sind wir da als Gesprächspartner aber auch um nochmal praktische Stabilisierungsübungen mit an die Hand zu geben, um sich jetzt für den Augenblick zu stabilisieren.

00:14:17: Das gehört auch mit unserer Tätigkeit dazu.

00:14:20: Rika hat ja gerade schon erzählt dass ihr über zwanzig Patienten zeitgleich hier betreut Und ich kann mir vorstellen, das sind ja eigentlich Patienten, die vulnerabel sind.

00:14:29: Die Traumataerlitten haben.

00:14:31: wie du gerade gesagt hast... Wie schafft ihr das denn eigentlich?

00:14:34: Dass sie sich überhaupt euch anvertrauen?

00:14:36: Weil es könnte ja eigentlich annehmen dass die sich aufgrund ihrer Erfahrung erstmal auch zurückziehen und sich gar nicht jetzt freigesteht.

00:14:42: Ihr seid ja schon offremde Menschen für die Leute, dass sie sich gar nich euch an Vertrauen wollen.

00:14:46: Wie schaft ihr das?

00:14:47: Das Eis zum Rechen sozusagen.

00:14:49: Das ist eine gute Frage!

00:14:50: Und dieser ist total wichtig weil Traumasensibles arbeiten ist etwas, was sehr wichtig ist und nicht nur in unseren Bereichs sondern auch in allen Bereichen.

00:14:59: Auch in der Somatik gibt es hier durchaus Patientinnen die Traumataerlitten haben und wo das gar nicht immer so im Vordergrund steht.

00:15:05: Das heißt jeder Mensch darf erstmal so sein wie er ist bei uns auch und versuchen die Personen da abzuholen, wo sie auch stehen ganz praktisch bedeutet dass wenn jemand nicht sofort über Traumater sprechen möchte ist das erst mal für uns total in Ordnung.

00:15:18: Also das muss gar nicht erstmal so ein Thema sein.

00:15:21: Sondern wir können auch erst mal gucken, dass wir die Symptome, die gerade vorrangig sind versuchen zu behandeln.

00:15:26: Wir versuchen auf jeden Fall immer sehr transparent zu arbeiten, dass die Patientinnen wissen was wir machen und was so die nächsten Schritte sind.

00:15:33: Und wir versuchen den Patienten auch immer das Gefühl zu geben, dass sie Macht darüber haben.

00:15:39: auch, was ist gerade auch passiert?

00:15:40: Das heißt Sie müssen nichts sagen.

00:15:42: Sie dürfen sich jederzeit zurückziehen auch.

00:15:47: positiv bei den Patienten in einen Ankommen, dass sie jederzeit auch das Gefühl haben Sie können jetzt auch aussteigen aus der Situation oder so und es entscheidet niemand über sie.

00:15:56: Sondern auch mit ihnen auch.

00:15:58: Das sind so Werkzeuge, mit denen man auch traumasensibel arbeiten kann.

00:16:03: Kann man sagen, dass ihr im Bezugspflegesystem arbeitet?

00:16:08: In dem Sinne, dass jeder Patient ein pflegerischen festen pflegirischen Ansprechpartner hatte?

00:16:14: Wie ist das bei euch organisiert, dass ihr wirklich mit den Patienten auch eine Beziehung aufbauen könnt?

00:16:19: Ja.

00:16:19: Das wäre schön, wenn es so wäre.

00:16:21: in der Tagesklinik... hat jetzt leider auch einen etwas geringeren Stellenanteil, als zum Beispiel ein KollegInnen im schatzenehren Bereich.

00:16:28: Obwohl es der ja auch schon sehr gering ist muss man sagen.

00:16:31: So dass wir da zu übergegangen sind das die Patientinnen auf jeden Fall andere darauf haben mit uns regelmäßige Gespräche zu haben.

00:16:38: Wir es aber nicht schaffen weil auch nicht jeder Kollege jede Kollegin eine hundert Prozentstelle hat bei uns.

00:16:44: also es besteht auf jeden fall die Möglichkeit mit uns regelmäßig zu sprechen und angeboten in einem gewissen Turnus, aber es ist nicht immer die gleiche Pflegekraft auch.

00:16:53: Auch da sind wir sehr transparent und sagen das direkt auch, dass sich die Patientinnen darauf einstellen

00:16:58: können.".

00:16:59: Du hast gerade von Skillstraining gesprochen was ihr so als therapeutisches Angebot dem Patienten macht?

00:17:06: Vielleicht kannst du das mal so kurz beschreiben vielleicht anhand eines Patientenbeispiels damit man sich besser vorstellen kann.

00:17:11: also wie sieht dieses Skills Training aus?

00:17:14: Ja, das ist aus einem therapeutischem Konzept entlehnt.

00:17:17: DBT heißt also Dialektische-BH-Virale Therapie was ursprünglich für Menschen mit einer bolagern Persönlichkeitsstörung entwickelt wurde wir aber auch von unserem Bereich benutzen.

00:17:27: Das hat verschiedene Module.

00:17:29: Wir haben das Modul Stress Toleranz und was nochmal aufgesplittet ist ihn zum Beispiel sich ablenken oder Entscheidungen vor einen neuen Weg radikaler Akzeptanz.

00:17:37: an Wahrscheinlichung viele gehört Und wir versuchen den Patientinnen quasi Werkzeuge an die Hand zu geben, Anspannungszugstände kurzfristig runterzuregulieren.

00:17:49: Und zwar auf eine Art und Weise, die langfristig nicht schädlich sind.

00:17:53: Ich meine das kennt jeder vielleicht von uns so die Zigarette bei Nervosität oder man natürliche Ships abends wenn wir nach Hause kommen.

00:18:00: Das ist aber langfristiger oft nicht gut aus diversen Gründen die sich hier davor steigen kann.

00:18:04: Das versuchen wir auszutauschen durch andere Möglichkeiten Anspannungssuchende runterzubrechen.

00:18:10: ganz praktisch gesehen In hohen Anspannungszuständigen benutzen manche Menschen Igelbälle, um halt so ein haptisches Signal zu haben oder vielleicht auch Duftöle, sich abzulenken in dem Bereich.

00:18:23: Das können ganz viele verschiedene Zugangskanäle sein, die sehr individuell sind und die wir versuchen herauszufinden zusammen mit den Patientinnen.

00:18:30: Welche weiteren fliegerischen Angebote macht Ihnen den Patienten?

00:18:34: Wir bieten morgens immer eine Gruppe an.

00:18:36: Startklar heißt die bei uns in der Tagesklinik, wo die Patientinnen die Möglichkeit haben sich einmal zu entlasten.

00:18:41: Einmal zu sagen wie geht es mir aktuell?

00:18:44: Wie war die Nacht?

00:18:45: und dann können wir da auch nochmal mehr darauf eingehen indem wir zum Beispiel positive Impulse sammeln für den Tag oder für die Woche oder wir kurze Stabilisierungsübungen machen, dass wir auch hier Werkzeuge an die Hand geben.

00:18:57: Das können Art im Übung sein.

00:18:59: Das kann aber auch kleine Achtsamkeits-Übungen sein, die man so im Alltag einsetzen kann, wo man den Vorgekurs einfach aufs Hier und Jetzt lenkt und quasi vom Binnenleben sich ablenken.

00:19:09: Das machen wir noch ein bisschen größer in dem wir halt auch Achtsamtkeitsübung anbieten oder Imaginationsübungs um quasi die Selbstwirksamkeit zu erhöhen bei den PatientInnen.

00:19:19: Wir machen immer einen Abschlussimpuls jeden Tag, also das heißt wir bieten so eine Struktur von der Pflege mit dem Beginn der Klinik als auch den Abschluss.

00:19:27: Wo die Patienten sich überlegen können okay was brauche ich heute eigentlich?

00:19:30: Was ist vielleicht ein Ballast, den ich heute gar nicht machen muss und was würde mir heute gut tun dass wir quasi zum Abschluss der Tagesklinik auch immer zusammenkommen und gemeinsam überlegen auch.

00:19:42: Ansonsten gibt es die Möglichkeit festgeführte Pflegegespräche zu kommen wo wir auch nochmal über Skills sprechen, ganz individuell.

00:19:52: Und Krisenintervention ist natürlich auch ein großes Thema.

00:19:54: also es besteht jederzeit die Möglichkeit zu und zu kommen wenn's jemandem nicht gut geht.

00:19:59: das wäre dann noch mal in den Kontakt gekommen.

00:20:01: gucken woran nichts eigentlich auch.

00:20:04: was kann ich jetzt im Augenblick tun um diese Krise zu beenden?

00:20:08: Du hast gerade von diesem Start klar Angebot gesprochen, ist das ein Gruppenangebot?

00:20:14: Wo alle Patienten zusammenkommen?

00:20:15: oder wie kann man sich das vorstellen.

00:20:16: Genau also wir haben zwei unterschiedliche Fahrer bei uns in der Tagesklinik zumindest jetzt hier in dieser Tagestilg, in der wir uns befinden.

00:20:24: Das heißt, wir haben einmal einen Pfad der Traumavolgestörung behandelt und einmal ein Pfad, der Menschen mit Stress- und Belastungsreaktionen behandelt.

00:20:33: Und die Menschen, die dem Pfad für Traumvolgestörungen sind, haben jeden Morgen diese Startenglagergruppe Und das ist eine Gruppenintervention.

00:20:43: Wie geht es dann nach typischer Weise weiter, so vom Tagesablauf?

00:20:47: Da gibt es verschiedene Angebote.

00:20:49: also jeder Patient hat eine Einzeltherapeutin und bekommen Psychotherapie ganz klassisch auch in der Woche.

00:20:58: Dann gibt es die sogenannten Spezialtherapien Das sind Sport- und Bewegungstherapie, Kunsttherapie.

00:21:04: An einem anderen Standort bieten wir noch Musiktherapies an.

00:21:08: Dann gibt es noch sogenannte interaktionelle Gruppen, die von den Therapeuten geleitet werden.

00:21:13: Das sind so Gruppentherapien wo verschiedene Themen angesprochen werden können.

00:21:18: Es gibt für Menschen, die in dem Bereich der Arbeitspsychosomatik sind, noch von unserer Sozialarbeiterin Arbeit und Perspektive ein Angebot, wo man sehr viel über Arbeit spricht auch und um eine Perspektiventwicklung sich kümmert.

00:21:31: Reflect ist ein Angebot unserer Sozialarbeiterinnen.

00:21:35: Da kann ich auch ganz stolz sagen, dass sie da gerade auch promoviert in den Themen.

00:21:39: Das ist eine Gruppe die an so Psychodrama angedehnt ist.

00:21:42: Das heißt Patienten haben die Möglichkeit, in einem Rollenspiel nochmal Arbeitskonflikte darzustellen und das auf einer Metaebene sich auch noch mal anzugucken.

00:21:50: also gehört schon wir haben ganz viele verschiedene Therapien.

00:21:54: es gibt die Möglichkeit Neurofeedback zu machen.

00:21:56: Wir arbeiten gerade mit einer VR-Brille wo man auch noch einmal einen Spannungsübungen mitmachen kann.

00:22:02: Also wir versuchen da auch immer, neue Angebote zu kreieren und zu gucken dass die Patientinnen davon auch profitieren können.

00:22:09: Du hast ja gerade auch von dem Angebot der Imagination gesprochen.

00:22:13: Ist das der Bereich wo die VR-Brille eingesetzt wird?

00:22:16: Tatsächlich nicht.

00:22:18: Imaginationsübungen sind Übungen, die auch ganz klassischerweise wird im psychiatrischen Bereich genutzt aber vor allen Dingen auch Hier bei uns in der Psychosomatik, wo nochmal über Imagination auch Patientinnen dazu bewegt werden.

00:22:33: Wenn sie überflutet werden zum Beispiel von negativen Bildern oder Gedanken dem quasi eine positive Imagination entgegenzusitzen und auch zu lernen wie zum Beispiel Anteile in einem gerade auch arbeiten was für Imaginationen quasi in mir hoch kommen und was die auch bedeuten können und wie ich die auch für mich durch verschiedene Techniken positiv so beeinflussen kann, dass ich negativen Bilder auch entgegenwirken kann.

00:23:00: Und in welchem Setting setzt ihr die vor Erbrillen ein?

00:23:03: Das ist tatsächlich eine Einzelintervention.

00:23:05: Wir haben aktuell eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die das macht und dann guckt, welche Patientinnen Interesse daran haben, das mal auszuprobieren.

00:23:14: oder für Menschen, die vielleicht gerade belastet sind, die gestresst sind auch?

00:23:19: Und wir haben da einige Videosequenzen, die man sich über die VR-Brille angucken kann zum Beispiel Schwimmmittelfienen oder dass man in so einem Tiergehege ist um darüber hinaus zu entspannen.

00:23:31: Du hattest gerade angesprochen, dass die Patienten die Möglichkeit haben Pflegegespräche in Anspruch zu nähen.

00:23:38: Wie kann man sich diese Gespräche vorstellen?

00:23:40: Ist das ein Beratungssetting oder...?

00:23:43: Genau!

00:23:43: Das kann sowohl als auch sein.

00:23:45: Wir haben diese fest gefüllten Pflegegesprächen da setzen wir uns immer in so einem zwei-Wochenturnus zusammen und da geht es wirklich darum... die Patientin zu ermächtigen, sich einen sogenannten Notfallkoffer anzukriegen.

00:23:57: Das heißt, ein Notfallkoffer kann tatsächlich eine Tasche sein oder was wo verschiedene Skills drin sind, die man einsetzen kann wenn man in Anspannungszustand ist.

00:24:08: Praktisches Beispiel.

00:24:10: Viele Patientinnen von uns haben Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, weil da sehr viele Menschen sind und sehr viele Reize einfach und man dann oft sehr überflutet wird.

00:24:19: Und wenn ich das merke, dass mein Anspannungsniveau steigt, kann ich vielleicht gucken okay welchen Skill setze ich jetzt gerade ein um mich vielleicht von den überflutenden Emotionen und Gedanken die gerade auf mich einpreschen mich abzulenken?

00:24:30: Das kann ein starker Duft sein was kann haptischer Reiz sein das kann aber auch ein akustisches Signal sein.

00:24:36: das ist ja individuell und da ist es manchmal ganz hilfreich, auch eine sogenannte Notverkoffer zu haben.

00:24:42: Und in diesen Einzelgesprächen arbeiten wir strukturiert daran, diesen Notverkoffer individuell quasi zu kreieren aufzufüllen, zu gucken was in der Gruppentherapie nicht immer möglich ist.

00:24:53: Jetzt gibt das aber auch mal so Situationen wo Menschen vielleicht aus anstrengenden Einzeltherapien kommen oder anstreggenden Gruppenterapien die sagen ich musste da jetzt gerade raus weil das und dass passiert gerade mit mir.

00:25:05: Und da gucken wir auch, wie kann ich mich schnell regulieren?

00:25:07: Was ist eigentlich das Thema gerade?

00:25:09: Halten das manchmal einfach nur zusammen aus diesen Anspannungszustand um nochmal zu zeigen.

00:25:14: Da kann vielleicht noch gerade gar nichts passieren.

00:25:15: Sie müssen das nicht alleine machen.

00:25:17: Wir sind da.

00:25:18: Wir halten das mit Ihnen zusammen aus.

00:25:20: oder wir machen kurze Atemübungen oder irgendwie was in dem Bereich, um die Menschen gerade zu stabilisieren auch und man mal sind es aber auch ganz alltags nachfragen dass... Ich weiß jetzt grade gar nicht wo muss sich damit hin, Navigieren, also es wir als Pflege so eine Navigationshilfe sind und aus einer haltenden Funktion haben.

00:25:39: Und sagen das ist etwas was sie gut in der Einzeltherapie besprechen können oder das ist was was sich vielleicht in der Gruppentherapie ansprechen kann dass wir quasi dann dort die Patientinnen bestärken ihre Anliegen in den richtigen Angeboten auch darstellen zu können.

00:25:54: Das heißt wir haben sowohl eine beratende Funktion aber auch in manchen Bereichen natürlich eine therapeutische Funktion.

00:26:01: Du

00:26:02: hattest angesprochen, dass hier in der Tagesklinik ja wirklich viele verschiedene Berufsgruppen mit anderen arbeiten.

00:26:09: Das ist ja auch so ein Charakteristikum von der Arbeit in der Psychosomatik.

00:26:15: Wie schafft ihr das?

00:26:16: Und das in Einklang zu bringen sozusagen!

00:26:18: Also ihr habt die Kunsttherapeutin, die Psychotherapeutinnen, die Sporttherapeuten, die Pflege usw.

00:26:24: und sofort.

00:26:25: also habt ihr dann Teambesprechungen oder wie Wie schafft man das, diese vielen unterschiedlichen Angebote in Einklang zu bringen?

00:26:33: Ja.

00:26:33: Wir haben da ganz viele verschiedene Werkzeuge wie wir da miteinander sprechen können.

00:26:37: Das heißt, wir haben täglich um acht Uhr jetzt bei uns in der Tagesklinik eine multi-professionelle Übergabe.

00:26:43: Da kommen wir alles zusammen, da besprechen wir wieso der Staat in den Tag war und ob es vielleicht auch irgendwas vom Vortag noch gibt was besprochen werden müsste.

00:26:52: Dann haben wir zweimal in der Woche eine so genannte Fokusbesprechung wo wir über alle Patientinnen sprechen manchmal die Patienten noch anliegen die besprochen Oder wir gucken uns an wie der Therapieverlauf gerade ist und genau da sprechen wir auf jeden Fall drüber.

00:27:06: Wir haben Visiten natürlich auch, die die Pflege begleitet wo auch andere Berufsgruppen mit drin sind, wo wir zusammen mit der Patientin oder dem Patienten sprechen.

00:27:17: wo wir auch manchmal über herausfordernde Situationen aussprechen können, zusammen mit einem Supervisor und einer Supervisorin, die von extern kommen.

00:27:26: Und was wir auch noch haben, wo ich sehr dankbar für bin, dass wir regelmäßig mit unserem Chefarzt auch so auch im Auffall Supervisionen haben und wir auch nochmal die Möglichkeit haben, auch über manche Patientinnen sprechen zu können gemeinsam.

00:27:40: In welche Rolle würdest du sagen hat die Pflege in diesem multiprofessionellen Team inne?

00:27:46: Wir sind natürlich ein Zahlenrad in so einem ganzen Getriebe, muss man sagen.

00:27:50: Den Vorteil, den ich bei uns sehe ist dass wir eigentlich sehr nahe... anderen PatientInnen sind, dadurch dass wir eigentlich immer vor Ort sind.

00:27:57: Das heißt die Spezialtherapien sind zu gewissen Zeiten auf dem Stundenplan genauso wie die Einzelgespräche mit den Therapeuten innen.

00:28:05: aber wir sind quasi so jetzt einmal der Dreh- und Angelpunkt für die PatientInnenden dadurch das wir im Dienstzimmer immer präsent sind und da auch diese navigierende Funktion oft haben wenn sie zu uns kommen dass wir das dann gemeinsam gucken können was eigentlich gerade Sache ist auch, ja wir sind eigentlich immer da würde ich sagen und das ist so ein zentraler Punkt den die Pflege überall hat muss man ja auch sagen.

00:28:27: Und habt auch so typischerweise wie auch in anderen Settings diese Schnittstellen Funktionen inne?

00:28:32: Ja total!

00:28:34: Du hattest gerade gesagt es würde mich jetzt nochmal interessieren dass es zwei Strenge bei euch im Grunde gibt zum einen die Patienten die Traumateiliten haben und zum anderen Patienten mit Stress- und Belastungs.

00:28:48: Ja, also Stress- und Belastungsreaktionen auch.

00:28:51: Wie kann man sich das als Außenstehender vorstellen?

00:28:53: Stress und Belastung kennt jeder Mensch.

00:28:55: Woran merke ich denn, dass das praktisch ein Level überschritten hat, wo ich Hilfe benötige?

00:29:01: Ja, es fängt ja ganz oft zum Beispiel damit an, dass ich merke, ich schlafe gar nicht mehr so gut oder meine Gedankenkreisen immer nur in einem Thema und ich kann gar nichts mehr entspannen.

00:29:09: richtig weil ich viele Dinge mit nach Hause nehme entweder von der Arbeit oder vielleicht aus meiner Beziehung zu Streit oder so oder mit Freundinnen.

00:29:18: Manche kommen aus diesem Gedankenkreis und gar nicht mehr raus.

00:29:21: Und was richtig bis zur Erschöpfung auch führen kann oder dass Dinge, die einem vorher Spaß gemacht haben, Hobbies oder so niedergelegt werden und man gar keine Freude mehr empfindet auch.

00:29:31: Das können so Symptome sein, die aus dem Stresszuständen auch resultieren können.

00:29:35: Auch ganz individuell.

00:29:38: Diese beiden Patientengruppentraum hat auf der einen Seite Stress- und Belastungen auf den anderen, die werden unterschiedlich behandelt?

00:29:45: Ja, genau.

00:29:46: Weil so eine Trauma-Behandlung oft anders aussehen kann als also eine Behandlung einer PTBS, sagen wir mal so weil es mir auch noch einmal ganz wichtig zu sagen nicht jeder den Trauma erlitten hat oder erlebt hat entwickelt auch eine PTBS.

00:29:58: aber die Behandlungen einer PTBs sieht oft da irgendwie so aus dass man erst versucht zu stabilisieren bevor man dann in eine Konfrontation gehen kann.

00:30:09: auch nicht jeder Patiente, jede Patientin möchte auch noch Konfrontationen.

00:30:13: Das stabilisieren wir nur.

00:30:15: aber das ist glaube ich ein Unterschied zu den anderen Störungsbildern die wir haben.

00:30:19: Also wenn man keinen Traum erlitten hat muss man ja auch nicht mit einem Trauma konfrontiert sagen.

00:30:24: und deswegen ist das nochmal andere Ansatz auch.

00:30:27: Wenn ich jetzt hier Patient in der Tagesklinik wäre und ich bin wirklich gerade sehr belastet und ich habe heute einfach keine Lust an der Kunsttherapie teilzunehmen oder ich will keine Sportübung machen oder ich würde die Imagination nicht mitmachen Bin ich so selbstbestimmend?

00:30:41: Kann das ablehnen und kann es

00:30:43: verweigern?".

00:30:44: Na klar, wir zwingen ja niemandem was auch zu machen.

00:30:47: Man muss dazu sagen dass manchmal ja auch Gründe dahinterstecken.

00:30:50: Das macht die Psychosomatik ja auch nochmal aus.

00:30:52: Dass wir quasi auch Emotionen oder zur Verfügung stellen oder gewisse Dynamiken in der Gruppe zum Beispiel auch und wir die besprechen.

00:31:01: Das heißt wenn du jetzt sagen würdest... Ich bin gerade so belastet Ich möchte jetzt zum Beispiel nicht an der Kunsttherapie teilnehmen.

00:31:08: Kann man ja auch gucken, okay, möchten Sie vielleicht oder möchtest du in dem Fall nicht malen und aber dabei sitzen und vielleicht von der Atmosphäre der Gruppe zumindest noch profitieren?

00:31:18: Also es wird auf jeden Fall besprochen werden warum das so war, aber wir zwingt natürlich niemandem einen Therapienteil zu nehmen.

00:31:25: auch

00:31:26: Die Patienten sind typischerweise sechs bis acht Wochen hier.

00:31:29: Woran merkt man denn, dass es denen so mit der Zeit besser geht?

00:31:33: Gibt das da irgendwas was dir da einfällt?

00:31:36: Manchmal merkt mal das einfach auch an der Stimmung also dass die Patientinnen und Gelöste sind.

00:31:40: du hast am Anfang ja auch die Frage gestellt wie wir es schaffen zum Beispiel wenn Patientinnen misstrauisch oder so sind oder dass wir einen Vertrauensvorschuss haben.

00:31:50: manchmal merken wir es daran dass die uns eher vertrauen oder weniger misstraut sind Und ganz klassisch manchmal berichten die es auch, dass manche Symptome einfach nachgelassen haben.

00:32:01: Dass zum Beispiel berichtet wird das... Ich habe gerade das Beispiel genommen von öffentlichen Verkehrsmitteln solche alltägliche... Also Dinge, die für uns alltäclich vielleicht sind, dass die ja auch einfach besser funktionieren.

00:32:12: Es kann sich ganz individuell äußern.

00:32:15: Was mich noch interessieren würde wäre der Punkt der Qualifizierung.

00:32:19: also wenn ich jetzt die Pflegeausbildung absolviert habe und Ich interessiere mich für den Bereich der Psychosomatik.

00:32:26: Es ist schwierig hier anzufangen, weil ich diese Gruppentherapien die habe ja gar nicht gelernt.

00:32:31: also wie macht ihr das eigentlich mit neuen Mitarbeitenden wenn die bei euch anfangen?

00:32:34: Ja dafür bin ich zum Beispiel da.

00:32:37: Das beschreibt meine Erstellung nochmal.

00:32:38: Das kann ich gut verstehen dass du diese Frage stellst und ich glaube auch, dass es eine Scheu, die viele haben, in der Ausbildung eigentlich wenig über Psychosomatik berichtet wird.

00:32:47: Über Psychiatrie schon sehr wenig aber über Psychiosomatik eigentlich fast gar nichts muss man sagen Und das ist so mit meiner Aufgabe natürlich auch der anderen Kolleginnen, dass wir wirklich kleinschrittig versuchen die neuen Kollegen anzuleiten den Dinge zu erklären.

00:33:02: Auch mal vielleicht diese somatische Brille abzusetzen und auch eher die psychosomatischen Brille aufzusetzen.

00:33:08: Und an dieser Stelle möchte ich da auch nochmal erwähnen unsere Verbandsarbeit also Wir wollen ja auch eine Fachweiterbildung entwickeln für den psychosomatischen Pflegebereich Und gerade so nach der Generalistik auch, dass die KollegInnen nochmal die Möglichkeiten haben sich über Fachqualifikationen mal zu spezialisieren.

00:33:28: Ebenlich wie das ja auch bei Ärztinnen zum Beispiel ist.

00:33:30: Die Medizin studieren und dann nochmal einen Facharzt in verschiedenen Bereichen machen.

00:33:35: Da sehen wir auch die Notwendigkeit, gerade auch um zukünftige KollegInne da auch zu qualifizieren.

00:33:41: Ja, du wohnst in Nordrhein-Westfalen.

00:33:43: Siehst du da irgendwie die Chance dass es hier eines Tages eine Fachweiterbildung für psychosomatische Pflege geben wird?

00:33:49: Wir sind zumindest im Gespräch mit der Pflegekammer NRW.

00:33:52: wie's da weitergeht das glaube ich noch zu früh um irgendwas zu sagen aber ich kann dich da gerne auf den Laufenden halten.

00:33:58: Würdest du denn sagen da reicht irgendwie ein halbes Jahr oder muss das auch ne klassische zweijährige Weiterbildung sein?

00:34:04: Unser Ziel ist es natürlich, eine große Fachweiterbildung zu generieren.

00:34:09: Einfach auch weil das ja ganz oft auch einen monetären Vorteil hat für die Kolleginnen und dass sie halt nochmal in eine andere Vergütungsgruppe kommen auch.

00:34:17: Es gibt natürlich auch kleinere Qualifizierungen, die einem sicherlich das nötige Handwerkzeug mit an die Hand geben was jetzt aber nicht unbedingt ein finanziellen Vorteil für diejenige Person macht.

00:34:29: Da muss man gucken, wie sich das entwickeln wird auch.

00:34:31: Was der realistisch ist?

00:34:32: Aber wir sind auf jeden Fall im Gespräch mit der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen.

00:34:36: Wenn jetzt Pflegende diesen Podcast hören – vielleicht auch junge Pflegenden die vielleicht sogar noch an der Ausbildung sind und gibt es bestimmte Eigenschaften, die eine Person mitbringen muss um für dieses spezielle Pflegesetting qualifiziert?

00:34:51: zu seinen Anführungszeichen

00:34:53: Ich sag mal so, es ist immer gut offen für Menschen zu sein, wenig Angst haben vor Berührungspunkten mit psychisch erkrankten Menschen auch.

00:35:02: Ich würde keine Scheuherme und keine Angst.

00:35:04: Trauma ist ja oft ein schwieriges Thema für viele Menschen auch und da ein gewisses Interesse mitzubringen aber auch... Eine benötige Empathie und Sensibilität aus solchen Menschen gegenüber oder allgemeinen Menschen gegenüber ist auf jeden Fall von Vorteilen auch.

00:35:19: Was würdest du raten, wenn sich jemand über psychosomatische Pflege weiter informieren möchte?

00:35:25: Gibt es Bücher für diesen Bereich oder gibt es im Internet irgendwelche Informationen die man...

00:35:31: Ja, anschauen kann.

00:35:32: Das ist immer ein großes Problem.

00:35:34: Es gibt ganz viele Bücher über psychosomatische Medizin und psychosomatische Pflege eigentlich kaum.

00:35:40: Ich hab sogar mal einen Buch gelesen, was über psycho- somatische pflege war aber von einem Arzt geschrieben wurde.

00:35:46: ich würde einfach jedem raten hospitiert bei uns kommt vorbei meldet euch gerne auch beim psopd dem verband für psychosomatice pflegende in deutschland.

00:35:54: wir bieten auch teilweise fortbildungen auf andere kliniken.

00:35:58: dort kann man sich informieren.

00:36:00: Rozbitiert einfach mal und schaut euch das an.

00:36:02: Psychosomatische Pflege ist für viele Menschen außerhalb des Fachgebiet noch immer wenig sichtbar, dabei ist es ein sehr spannendes Handlungsfeld und pflegende Übernebenaufgaben die weit über die klassische Versorgung hinausgehen.

00:36:17: Sie begleiten therapeutische Prozesse gestalten Beziehungen unterstützen Patientinnen und Patienten dabei eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

00:36:27: Festiv Egler liegt genau darin die Faszination seines Berufs.

00:36:32: Zum Abschluss unseres Gesprächs habe ich ihn gefragt, was Kolleginnen und Kollegen, die bislang nie in der Psychosomatik gearbeitet haben über dieses Arbeitsfeld wissen sollten und was ihnen nach all den Jahren noch immer begeistert.

00:36:45: Ganz viel!

00:36:46: Also ich habe mich ja verliebt in diesem Fachbereich auch.

00:36:49: Ich finde, dass Pflege hier noch mal eine andere Stellung wert hat.

00:36:53: Wir wirklich auch sehr integriert sind und auch in die anderen Berufsgruppen, das wir eher auf Augenhöhe arbeiten.

00:36:59: Dass die Hierarchien dann doch schon sehr flach sind möchte ich fast sagen aber auch im Umgang mit den PatientInnen wenn ich sehe, dass jemand der wirklich Schlimmes erlebt hat nach sechs bis acht Wochen Therapie bei uns nicht immer, aber zumindest oftmals in der Lage ist wieder sein Leben zu bestreiten und den vielen Dingen auch wieder Freude zu empfinden.

00:37:20: Ist das wirklich was Schönes zusehen?

00:37:22: Was uns auch Kraft gibt von der Pflege oder auf einen anderen

00:37:25: Berufsgruppen?".

00:37:36: Und damit endet unsere heutige Folge zum Thema psychosomatische Pflege!

00:37:41: Mein Dank gilt Yvonne Ortmayer, Rika Ogata und Steve Egler für ihre Zeit und ihre Einblicke in ein Arbeitsfeld, dass vielen Pflegenden noch weitgehend unbekannt.

00:37:52: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gerne auf Ihre bevorzugen Plattformen und empfehlen sie Ihren Kolleginnen und Kollegen weiter.

00:38:00: Mein Name ist Stefan Lücke, vielen Dank fürs Zuhören.

00:38:18: Wir freuen uns, wenn Sie auch das nächste

00:38:27: Mal wieder rein hören.

00:38:28: Bis bald!

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